Die kurdische Sprache

Mit diesem Artikel möchten wir eine kurze Übersicht zur kurdischen Sprache geben.

Seit tausenden Jahren leben die Kurden in Mesopotamien. Ihre Kultur entwickelte sich in der Region und durch die Region. Gerade der rege Austausch mit anderen Völkern macht den Reichtum der eigenen Kultur aus.

Kurdistan-Teilung

 Xerabresk (Göbekli Tepe)

Die Tempelanlage von Xerabresk (Göbekli Tepe) in Kurdistan. (Quelle: Wikipedia)

Im Jahr 1639 wurde Kurdistan zwischen dem Osmanischen und Persischen Reich geteilt und im Jahr und 1923 in 4 Teile zwischen die Türkei, den Iran, den Irak und Syrien aufgeteilt. Die kurdische Bevölkerung ist zerstreut. Im türkischen Teil leben etwa 25 Millionen, im iranischen Teil etwa 8 Millionen, im irakischen Teil 6 Millionen und im syrischen Teil 3 Millionen Kurden.

Die restlichen Millionen leben in verschieden Ländern z.B. Europa oder dem Kaukasus. Mehr als 50 Millionen Kurden leben auf der Erde ohne eigenen Staat.

Die kurdische Sprache

Die kurdische Sprache gehört zur indo-europäischen Sprachfamilie, und zwar zur nordwestlichen Gruppe des iranischen Zweigs.

Sowohl der Wortschatz als auch die Grammatik haben Ähnlichkeit mit den alten Sprachen wie Avesta und Sanskrit, als auch mit den modernen Sprachen wie Französisch, Englisch und Deutsch.

Die Sprachen, die dem Kurdischen am nächsten sind, sind darî und persisch, da beide Sprachen der iranischen Sprachfamilie angehören.

Kurdisch ist eine deklinierbare, ergative und musikalische Sprache.

Die kurdische Sprache wurde in großen Teilen mündlich überliefert. Sie wurde vor allem durch Minnesänger (Dengbêj) weitergetragen. Neben dieser mündlichen Tradition gab es auch Medresen (islamische Schulen für die kurdische Kultur und Sprache) in Kurdistan. Sie boten eine Ausbildung bis zu einem Universitätsniveau. Der Spracherwerb war dort nur ein Teil der Ausbildung. Daneben waren Fächer wie Philosophie, Naturwissenschaften, Literatur und Religion fest im Curriculum verankert.

Das Alphabet

Die Kurden benutzen drei verschiedene Schreibweisen des Alphabets: in lateinischer, arabischer und kyrillischer Schrift. Das am meisten gebrauchte Alphabet ist das lateinische Alphabet.

Der kurdische Intellektuelle Mir Celadet Bedirxan veröffentlichte am 15. Mai 1932 die Zeitschrift “Hawar”, die in lateinischer Schrift erschien. Durch diese Zeitschrift wurde das lateinische Alphabet im kurdischen Sprachraum verbreitet.

Die Dialekte

Das kurdische gliedert sich in die beiden Hauptdialekte Nord- und Mittelkurmancî sowie die beiden Nebendialekte Südkurmancî und die Goranî-zazakî Gruppe. Diese wiederrum beherbergen viele Mundarten in fast allen Teilen Kurdistans ist das kurdische höchstens als Alltagssprache zugelassen.

Die Kurden sind neben den Türken, Arabern, Persern und Armeniern eines der größten Völker der Region.

Mit dem Arabsichen und dem Türkischen ist Kurdisch nicht verwandt.

In kurdischer Sprache werden seitdem 10. Jahrhundert schriftliche literarische Werke verfasst. Die kurdische Sprache ist eine lebendige und reiche Sprache, die sich trotz aller Unterdrückung und Verbote, denen sie ausgesetzt war, bewahren konnte.

Die Zahl der in kurdisch schreibenden Dichter, Schriftsteller und Forscher steigt.

Der am weitesten verbreitete Dialekt ist Kurmancî. Mehr als die Hälfte der Kurden sprechen diesen Dialekt.

Kurmancî wird von ca. 90% der Kurden in der Türkei sowie im iranischen und irakischen Kurdistan in den grenznahen örtliche Gebieten zur Türkei und von den syrischen Kurden, also von rund 60% aller Kurden gesprochen. Mit rund 25% folgt der Soranî Dialekt. Dieser Dialekt wird in den mittleren und südlichen Regionen des iranischen und irakischen Kurdistan gesprochen. Zazakî ist ein weiterer Dialekt in bestimmten Regionen Türkisch-Kurdistans. Weiterhin werden in den drei südlichsten Teilen Kurdistans Goranî und andere Dialekte gesprochen.

Offizieller Status der kurdischen Sprache

Kurdisch ist die offizielle Amtssprache der Föderal Kurdistan im Irak. Außerdem ist sie eine anerkannte Minderheitensprache im Iran und in Armenien.

Vor kurzem wurde Kurdisch in der Türkei als „Wahlunterricht“ angeboten aber nicht als Bildungssprache.

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